So schützt Du Dich vor Sonnenbrand, Sonnenstich und Hitzschlag
Endlich wird das Wetter wieder besser: Die Temperaturen steigen, die Sonne zeigt sich häufiger und viele Menschen zieht es wieder nach draußen – an den See, ins Freibad, in den Park oder einfach auf den Balkon. Die Sonne tut vielen gut. Sie hebt die Stimmung, fördert die Vitamin-D-Bildung und lädt dazu ein, Zeit im Freien zu verbringen.
Doch bei aller Freude über den Sommer wird eines oft unterschätzt: Sonne und Hitze können schnell zur Belastung für den Körper werden. Sonnenbrand, Sonnenstich oder sogar ein Hitzschlag sind keine Seltenheit – und oft passiert das schneller, als man denkt. Besonders problematisch: Viele Beschwerden treten erst Stunden später auf und werden zunächst gar nicht ernst genommen.
Damit Du den Sommer sicher genießen kannst, haben wir die wichtigsten Informationen und Tipps rund um Sonnenschutz, Sonnenbrand, Sonnenstich und Hitzschlag für Dich zusammengestellt.
Warum Sonnenschutz so wichtig ist
Sonnenlicht enthält ultraviolette Strahlung, sogenannte UV-Strahlung. Diese kann die Haut und auch die Augen schädigen. Zu viel UV-Strahlung erhöht langfristig das Risiko für Hautkrebs und kann außerdem zu vorzeitiger Hautalterung, Pigmentflecken oder Augenschäden führen.
Das Gefährliche daran: UV-Strahlung sieht und spürt man nicht direkt. Selbst wenn es bewölkt ist oder Du im Schatten sitzt, erreicht ein Teil der Strahlung weiterhin Deine Haut. Auch Wasser, heller Sand oder Asphalt reflektieren UV-Strahlen zusätzlich.
Viele Menschen verbinden Sonnenschutz automatisch mit Sonnencreme. Tatsächlich ist guter Sonnenschutz aber immer eine Kombination aus mehreren Maßnahmen.
Die wichtigsten Sonnenschutz-Regeln
Mittagssonne möglichst meiden
Zwischen etwa 11 und 15 Uhr ist die UV-Strahlung besonders intensiv. Wenn möglich, solltest Du längere Aufenthalte in der direkten Sonne in dieser Zeit vermeiden und lieber Schatten aufsuchen.
Wichtig: Schatten schützt nicht vollständig. Auch dort wirkt UV-Strahlung weiter – wenn auch schwächer.
Sonnencreme richtig verwenden
Sonnencreme schützt nur dann zuverlässig, wenn sie richtig angewendet wird. Viele Menschen tragen deutlich zu wenig auf. Für einen vollständigen Schutz braucht ein Erwachsener ungefähr drei Esslöffel Sonnencreme für den ganzen Körper.
Außerdem gilt:
- mindestens Lichtschutzfaktor 30 verwenden
- rechtzeitig eincremen – am besten etwa 30 Minuten vorher
- alle unbedeckten Stellen eincremen
regelmäßig nachcremen, besonders nach dem Schwimmen oder starkem Schwitzen
Wichtig zu wissen:
Nachcremen verlängert die Schutzzeit nicht – es erhält sie nur.
Kleidung schützt oft besser als Sonnencreme
Dichte Kleidung ist einer der effektivsten Schutzmechanismen gegen UV-Strahlung. Besonders sinnvoll sind:
- lockere Kleidung
- dicht gewebte Stoffe
- Kopfbedeckungen mit Nackenschutz
Sonnenbrillen mit UV-400-Schutz
Viele unterschätzen außerdem die Bedeutung des Augenschutzes. UV-Strahlung kann langfristig auch die Augen schädigen.
Ausreichend trinken
Bei Hitze verliert der Körper viel Flüssigkeit und Elektrolyte über das Schwitzen. Deshalb solltest Du regelmäßig trinken – auch wenn Du noch keinen Durst hast.
Geeignet sind vor allem:
- Wasser
- ungesüßte Tees
verdünnte Saftschorlen
Alkohol kann den Körper zusätzlich belasten und das Risiko für Kreislaufprobleme erhöhen.
Medikamente beachten
Auch Medikamente können die Hitzeverträglichkeit beeinflussen. Manche Mittel, zum Beispiel bestimmte Blutdruckmedikamente, entwässernde Präparate oder einige Psychopharmaka, können den Kreislauf zusätzlich belasten oder die Temperaturregulation erschweren. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte bei Hitze besonders aufmerksam sein und im Zweifel ärztlichen Rat einholen.
Sonnenbrand: Mehr als nur rote Haut
Viele sehen Sonnenbrand immer noch als etwas Harmloses an. Tatsächlich handelt es sich dabei aber um eine Entzündungsreaktion der Haut durch UV-Strahlung.
Typische Symptome sind:
- gerötete Haut
- Spannungsgefühl
- Schmerzen
- Juckreiz
- Überwärmung
später eventuell Blasenbildung
Ein Sonnenbrand entwickelt sich oft erst einige Stunden nach dem Aufenthalt in der Sonne und erreicht seinen Höhepunkt meist nach 24 bis 36 Stunden.
Wichtig:
Jeder Sonnenbrand schädigt die Haut dauerhaft und erhöht langfristig das Risiko für Hautkrebs.
Was hilft bei Sonnenbrand?
Wenn Du merkst, dass Deine Haut gerötet ist oder spannt, solltest Du sofort aus der Sonne gehen.
Hilfreich sind:
- kühle (nicht eiskalte) Umschläge
- viel trinken
- beruhigende Lotionen oder After-Sun-Produkte
- lockere Kleidung
weitere Sonne unbedingt vermeiden
Wichtig:
- Kein Eis direkt auf die Haut legen
- Blasen nicht öffnen
starke Sonnenbrände ärztlich abklären lassen
Bei Symptomen wie Fieber, Kreislaufproblemen oder großflächigen Verbrennungen solltest Du medizinische Hilfe suchen.
Sonnenstich: Wenn Kopf und Nacken überhitzen
Ein Sonnenstich entsteht durch direkte Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken. Dabei werden die Hirnhäute gereizt. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen und Personen mit wenig Haaren oder ohne Kopfbedeckung.
Typische Symptome:
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Übelkeit
- Erbrechen
- Nackenschmerzen oder Nackensteifigkeit
- heißer, roter Kopf
Müdigkeit oder Unruhe
Das Tückische:
Die Beschwerden können erst Stunden später auftreten – manchmal sogar erst am Abend oder in der Nacht.
Was tun bei einem Sonnenstich?
- sofort aus der Sonne gehen
- Oberkörper leicht erhöht lagern
- Kopf und Nacken kühlen
- ausreichend trinken
Ruhe und Schatten
Wenn Beschwerden stärker werden oder Bewusstseinsstörungen auftreten, sollte unbedingt medizinische Hilfe gerufen werden.
Hitzschlag: Ein medizinischer Notfall
Während beim Sonnenstich vor allem Kopf und Hirnhäute betroffen sind, überhitzt beim Hitzschlag der gesamte Körper. Die Körpertemperatur kann dabei auf über 40 Grad steigen.
Ein Hitzschlag ist lebensgefährlich und muss sofort behandelt werden.
Typische Warnzeichen:
- heiße, trockene Haut
- Verwirrtheit
- schnelle Atmung
- beschleunigter Puls
- Krämpfe
- Halluzinationen
Bewusstlosigkeit
Besonders gefährdet sind:
- Kinder
- ältere Menschen
- Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Menschen, die draußen arbeiten
- Sportler:innen
Personen mit Flüssigkeitsmangel
Erste Hilfe bei Hitzschlag
- sofort Notruf 112 wählen
- betroffene Person in den Schatten bringen
- Kleidung lockern
- Körper vorsichtig kühlen
- feuchte Tücher auflegen
Atmung und Bewusstsein kontrollieren
Wichtig:
Keine eiskalten Maßnahmen anwenden und bewusstlosen Personen nichts zu trinken geben.
Nicht jede Hitzereaktion ist gleich
Neben Sonnenstich und Hitzschlag gibt es auch:
- Hitzekrämpfe
Hitzeerschöpfung
Diese entstehen häufig durch starken Flüssigkeits- und Elektrolytverlust.
Warnzeichen können sein:
- starke Müdigkeit
- Muskelkrämpfe
- Schwindel
- Schwäche
Kreislaufprobleme
Auch hier gilt:
Ruhe, Schatten, trinken und den Körper abkühlen.
Kinder besonders schützen
Kinder reagieren empfindlicher auf Hitze und UV-Strahlung als Erwachsene. Ihr Körper kann die Temperatur noch nicht so gut regulieren.
Deshalb gilt besonders:
- niemals in der prallen Sonne spielen lassen
- ausreichend trinken
- Sonnenhut tragen
- regelmäßig eincremen
Mittagshitze vermeiden
Ganz wichtig:
Kinder oder Tiere niemals im Auto zurücklassen – selbst nicht für wenige Minuten. Fahrzeuge können sich im Sommer extrem schnell aufheizen.
Sonne genießen – aber bewusst
Sonne gehört für viele Menschen zum Sommer einfach dazu. Und das ist auch völlig in Ordnung. Es geht nicht darum, Sonne komplett zu vermeiden oder Angst vor jedem Sonnenstrahl zu haben.
Wichtig ist vor allem ein bewusster Umgang mit Hitze und UV-Strahlung. Wer auf den eigenen Körper achtet, Warnzeichen ernst nimmt und sich schützt, kann den Sommer sicher genießen.
Denn guter Sonnenschutz bedeutet nicht, auf Sommer, Freibad oder Urlaub zu verzichten – sondern gesund durch die warme Jahreszeit zu kommen.
AOK – Sonnenschutz für die Haut
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit – Sonnenschutz
Deutsche Hirnstiftung – Hitzschlag oder Sonnenstich
Deutsches Rotes Kreuz – Sonnenstich
Die Techniker – Sonnenstich und Hitzeschlag
MSD Manual – Hitzebedingte Beschwerden
Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
Stiftung Gesundheitswissen – Sonnenbrand, Sonnenstich und Hitzeerschöpfung


