Pilze sammeln ist für viele ein beliebtes Hobby, besonders jetzt im Herbst. Ein Spaziergang durch den Wald, die Freude an der Natur und die Aussicht auf ein selbst gesammeltes Pilzgericht machen den Reiz aus. Doch diese vermeintlich harmlose Freizeitbeschäftigung birgt eine große Gefahr: Giftige Pilze. Jedes Jahr kommt es in Deutschland zu mehreren Fällen von schweren Pilzvergiftungen, die oft durch Verwechslungen entstehen. Besonders der Grüne Knollenblätterpilz zählt zu den gefährlichsten Pilzen und wird leider häufig mit essbaren Arten verwechselt. Diese Verwechslung kann jedoch fatale Folgen haben, da bereits eine kleine Menge dieses Pilzes tödlich sein kann.
Laut Angaben des Giftnotrufs Erfurt und der Mitteldeutschen Zeitung wurden bis Oktober rund 200 (Verdachts-) Fälle einer Pilzvergiftung gemeldet – weniger als im vergangenen Jahr. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Pilzsaison dieses Jahr erst im September begonnen hat und die Jahre zuvor bereits im August.
Pilzvergiftungen resultieren oft aus der Verwechslung von essbaren Pilzen mit giftigen Arten. Es gibt viele Pilze, die auf den ersten Blick ähnlich aussehen, aber eine völlig unterschiedliche Wirkung auf den Körper haben. Ein häufiger Fehler von Sammler:innen ist, dass sie sich auf unzureichende Kenntnisse oder unsichere Quellen wie Apps verlassen, um Pilze zu bestimmen.
Der Verzehr von giftigen Pilzen kann eine Vielzahl von Symptomen hervorrufen. Bereits kleine Mengen können schwere Vergiftungen oder den Tod verursachen. Die Herausforderung bei der Diagnose besteht darin, dass die Symptome oft verzögert auftreten – das bedeutet, die Vergiftung wird manchmal erst nach Stunden bemerkt, was eine schnelle Behandlung erschwert.
Die Symptome einer Pilzvergiftung variieren stark, abhängig davon, welche Pilze verzehrt wurden und wie viel davon aufgenommen wurde. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen
- Kopf- und Gliederschmerzen, Muskelzucken und Krampfanfälle
- Schwindelgefühl
- Schweißausbrüche und Hitzegefühl
- beschleunigter Puls
- Halluzination und Bewusstseinsstörungen wie Verwirrtheit und Schläfrigkeit
Ein besonders alarmierendes Symptom ist die scheinbare Besserung nach den ersten Beschwerden. Dies kann der Beginn einer zweiten, gefährlicheren Phase der Vergiftung sein, bei der lebenswichtige Organe wie die Leber versagen. Das verzögerte Auftreten der Symptome erhöht das Risiko, die Vergiftung nicht rechtzeitig zu erkennen und angemessen zu behandeln. Im schlimmsten Fall benötigt die betroffene Person eine Lebertransplantation.
Was tun bei einer vermeintlichen Vergiftung?
Im Falle einer Pilzvergiftung ist schnelles Handeln entscheidend, um bleibende Schäden oder den Tod zu verhindern. Hier sind die wichtigsten Schritte:
Rufe die 112 bei starken Symptomen an. Du kannst auch die Giftinformationszentrale für Thüringen unter der Nummer 0361-730730 erreichen. Schilder den Fall genau und gebe alle bekannten Details an, wie die Art des Pilzes und Zeitpunkt des Verzehrs. Bewahre Reste der gesammelten oder verzehrten Pilze auf, um sie Ärzt:innen oder Giftexpert:innen zu zeigen. Dies hilft bei der Identifikation des Pilzes und der Wahl der richtigen Behandlung. Versuche nicht, Erbrechen oder andere Maßnahmen ohne ärztlichen Rat auszulösen. Dies kann den Zustand verschlechtern.
Für weitere Informationen kannst Du dich auf https://www.ggiz-erfurt.de/ informieren.
Quellen:
Pilzvergiftung – Giftnotruf Erfurt 0361-730730
Pilze – Giftnotruf Erfurt 0361-730730
Verwechslungsgefahren beim Pilzesammeln – Knollenblätterpilz – Giftnotruf Erfurt 0361-730730
Verwechslungsgefahr: Schon mehr als 200 Fälle wegen Verdachts auf Pilz-Vergiftung
Pilzvergiftung: Symptome erkennen, schnell handeln | NDR.de – Ratgeber – Gesundheit


