Der Herbst und Winter bringen alljährlich eine Welle von Atemwegserkrankungen mit sich, und 2024 zeigt hier keine Ausnahme. Laut einem aktuellen Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) erreichen die Fallzahlen von Atemwegsinfektionen, darunter Grippe (Influenza), COVID-19 und das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV), derzeit Höchststände. Diese Erkrankungen stellen für viele Menschen eine Gesundheitsgefahr dar und belasten das Gesundheitssystem erheblich.
Aber was sind Atemwegserkrankungen überhaupt?
Der Begriff Atemwegserkrankungen umfasst verschiedene Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege, die das Atmen erschweren oder beeinträchtigen können. Häufig sind es virusbedingte Infektionen, die harmlos verlaufen. Jedoch können manche Krankheiten auch schwere Verläufe haben.
Je nach dem zeitlichen Verlauf der Atemwegserkrankungen werden akute und chronische Atemwegserkrankungen unterschieden. Akute Atemwegserkrankungen sind meist Infektionen mit Bakterien oder Viren wie bei einer Erkältung, Grippe, einem Schnupfen oder einer akuten Bronchitis. Sie verlaufen in der Regel mild ab und heilen innerhalb von ein bis vier Wochen.
Akute Atemwegserkrankungen können bei Komplikationen oder unzureichender Behandlung in chronische Formen übergehen. Die vollständige Genesung dauert oft länger, und in manchen Fällen entwickeln sich anhaltende Funktionsstörungen und Gewebeschäden. Chronische Erkrankungen wie eine dauerhafte Bronchitis oder eine langanhaltende Lungenentzündung sind Beispiele dafür, bei denen die Atemwege langfristig beeinträchtigt bleiben.
Ein weiterer Unterschied bei Atemwegserkrankungen besteht darin, ob sie die oberen oder unteren Atemwege betreffen. Die oberen Atemwege umfassen Bereiche wie die Nase, Nasennebenhöhlen und den Rachen. Typische Erkrankungen in diesem Bereich sind Erkältungen, die oft mit einer verstopften Nase und Halsschmerzen einhergehen.
Die unteren Atemwege hingegen umfassen die Luftröhre, den Kehlkopf, die Bronchien und die Lunge. Krankheiten wie Asthma bronchiale, COPD und Lungenentzündungen treten in diesen Bereichen häufig auf.
Manchmal breitet sich eine Erkrankung der oberen Atemwege auf die unteren aus, was als „Etagenwechsel“ bezeichnet wird. Ein klassisches Beispiel hierfür ist, wenn sich eine Erkältung zu einer akuten Bronchitis entwickelt.
Zudem unterteilen Fachkräft:innen Atemwegserkrankungen in obstruktive und restriktive Typen. Bei obstruktiven Erkrankungen wie Asthma oder der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sind die Bronchien verengt, was das Ausatmen erschwert und oft zu einer Überblähung der Lunge führt. Dies liegt daran, dass die Atemwege enger werden und die Luft nicht vollständig entweichen kann.
Restriktive Atemwegserkrankungen hingegen betreffen die Flexibilität der Lunge. Das Lungengewebe verliert dabei die Fähigkeit, sich auszudehnen, was die Lungenkapazität einschränkt und das Einatmen erschwert. Zudem kann der Luftaustausch in den Lungenbläschen beeinträchtigt sein. Ein Beispiel hierfür ist die Lungenfibrose, bei der das Lungenvolumen reduziert und die Sauerstoffversorgung eingeschränkt sein kann.
In den meisten Fällen kommt es aufgrund von Infektionen zu Atemwegserkrankungen, aber auch andere Auslöser kommen als Ursache infrage.
Viren sind typische Verursacher akuter Atemwegsinfekte. Häufig schaden virale Infektionen die Atemwegsschleimhäute, wodurch eine zusätzliche bakterielle Infektion (Sekundärinfektion) auftreten kann. Somit können sich je nach Art der Infektion etwa eine Nebenhöhlenentzündung, eine Bronchitis oder eine Lungenentzündung entwickeln.
Chronische Atemwegserkrankungen sind oft die Folge von schädlichen Umwelteinflüssen, wie Tabakrauch und Luftschadstoffen und Allergien. Auch eine Infektion mit Schimmelpilzen kommt als Auslöser infrage.
Je nach Art der Erkrankungen können sich die Symptome unterscheiden. Typische Anzeichen wären:
- pfeifendes Geräusch beim Atmen
- Schnupfen
- Husten
- Atembeschwerden und Atemnot
- Sekretbildung mit Auswurf
- Halsschmerzen
- gestörter Atemrhythmus
- Schmerzen im Brustkorbbereich
Es ist entscheidend zu wissen, wie man schnell und sicher handelt, wenn jemand plötzlich unter Atemnot leidet. Hier sind die grundlegenden Schritte, die Du befolgen solltest:
- Beruhige die betroffene Person und versuche, selbst Ruhe zu bewahren
- Oberkörper hochlagern: Eine leicht aufrechte Position hilft der Person, besser zu atmen. Die sogenannte „Kutschersitz“-Position (vorgebeugtes Sitzen mit den Armen auf den Knien abgestützt) oder das Lippenbremse-Atmen (langes, kontrolliertes Ausatmen durch gespitzte Lippen) kann ebenfalls Entlastung bringen
- Atemunterstützende Position: Bei schwerer Atemnot kann die „Torwartstellung“ hilfreich sein, bei der sich die betroffene Person an eine Wand lehnt und die Hände auf die Oberschenkel legt
- Sorge für Frischluftzufuhr
- Entferne oder lockere enge Kleidungsstücke, um das Atmen zu erleichtern
Falls die Atemnot sich nicht schnell bessert oder andere Symptome wie Brustschmerzen oder Schwindel auftreten, dann setze den Notruf 112 ab und schildere Ihnen die Situation. Bleibe bei der Person und beobachte ihren Zustand.
Damit Du vermeiden kannst, solche Krankheiten zu bekommen, solltest Du vermeiden, Dir ins Gesicht zu fassen, regelmäßig deine Hände mit Seife zu waschen und geschlossene Räume immer mit frischer Luft zu versorgen. Jährlich gibt es auch Grippeschutzimpfungen gegen Influenza-Viren, besonders für Risikogruppen. Vermeide auch das Händeschütteln während einer Grippe- oder Erkältungswelle und schütze Dich und Deinen Umkreis vor einer Infektion!


