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Wenn das Herz stillsteht: Dein Notfall-Guide

Was tun, wenn das Herz streikt?

Erste Hilfe bei Herzinfarkt und plötzlichem Herzstillstand: Wissen, das Leben rettet

Ein Herzinfarkt oder plötzlicher Herzstillstand ist ein schwerwiegender Notfall, der schnelle und effektive Erste-Hilfe-Maßnahmen erfordert. In dieser Situation können wenige Minuten den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen. Dabei sind nicht nur die körperlichen Erste-Hilfe-Maßnahmen wichtig, sondern auch das Bewusstsein über die gesundheitliche Prävention und die Verfügbarkeit von Rettungsgeräten.

Was ist ein Herzinfarkt?

Ein Herzinfarkt wird durch eine Blockade des Blutflusses zum Herzen verursacht, häufig durch ein Blutgerinnsel, das eine oder mehrere Arterien verstopft. 

Wenn ein Herzstillstand eintritt, setzt das Herz plötzlich aus. Ohne schnelle Hilfe droht in wenigen Minuten der Tod. Der effektivste Weg, das Leben einer Person in dieser Situation zu retten, ist die sofortige Anwendung einer Herz-Lungen-Widerbelebung und, wenn verfügbar, die Nutzung eines Defibrillators.

Ursachen für einen Herzstillstand

Atherosklerose ist die häufigste Ursache für Herzinfarkte. Dabei lagern sich Fette, Cholesterin und andere Substanzen in den Arterienwänden ab und bilden Plaques, die die Blutgefäße verengen. Deshalb zählen hohe Cholesterinwerte und Fettleibigkeit und ein hoher Blutdruck zu bekannten Risikofaktoren.

Typische Symptome eines Herzinfarkts bei Männern umfassen ein starkes Engegefühl in der Brust, das oft in Arme, Nacken, Kiefer oder Rücken ausstrahlt. Weitere häufige Anzeichen sind Atemnot, die sich als Kurzatmigkeit oder Erstickungsgefühl äußert, sowie blasse Haut und Schweißausbrüche.

Bei Frauen zeigen sich die Symptome jedoch oft weniger typisch. Neben Brustschmerzen treten bei ihnen vermehrt unspezifische Anzeichen auf, wie starke Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen. Auch Atemnot, Rückenschmerzen und Schmerzen im Oberbauch können bei Frauen häufiger im Vordergrund stehen. Diese Unterschiede führen leider dazu, dass Herzinfarkte bei Frauen häufiger übersehen oder zu spät diagnostiziert werden. Es ist deshalb besonders wichtig, auch auf diese untypischen Symptome zu achten.

Sobald diese Symptome auftreten, sollte unverzüglich gehandelt werden. Hier findest Du die notwendigen Schritte zur Ersten Hilfe.

  • Setze sofort den Notruf ab! (112)
  • Lass die betroffene Person sich hinsetzen oder hinlegen, idealerweise mit dem Oberkörper leicht erhöht, um die Atmung zu erleichtern.
  • Behalten Sie Atmung und Bewusstsein der Person im Auge, falls sich der Zustand verschlechtert. 
  • Wenn die Person plötzlich umfällt, prüfe ob sie bewusstlos ist: Sprich die Person laut an (“Hallo”, “Hören Sie mich?”, …). Falls sie nicht reagiert und die Atemkontrolle negativ ausfällt, liegt ein Herzstillstand vor.

Beachte: Schnappatmung oder Röcheln ist keine normale Atmung!

  • Rufe den Notruf 112 erneut an und schildere die Situation. Danach fängst Du mit der Herzdruckmassage an.

Wiederbelebung

Dazu kniest Du dich seitlich neben der Person hin und entkleidest ihren Oberkörper. Platziere einen Handballen auf die Mitte des Brustbeins und lege die zweite Hand auf den Handrücken der ersten. Beuge Dich senkrecht über die Person und drücke mit gestreckten Armen das Brustbein tief (5-6 cm) und schnell 100- bis 120-mal pro Minute in Richtung Wirbelsäule. Die Herzdruckmassage muss durchgeführt werden, bis das Rettungsteam eintrifft. Die Herzdruckmassage ist sehr anstrengend auf Dauer – also wechsel Dich ab, falls weitere Hilfe vorhanden ist.

Nutze einen AED (automatisierter externer Defibrillator), falls er vorhanden ist. Doch wende ihn nur an, wenn mindestens zwei Helfer:innen anwesend sind. 

Diese Geräte sind oft an öffentlichen Orten wie Bahnhöfen oder Einkaufszentren zu finden und können auch von Laien sicher bedient werden. Das Gerät gibt Dir klare Anweisungen, was zu tun ist. Er ist gekennzeichnet über ein grünes Herz mit einem weißen Pfeil darin.

Rolle der Prävention und Frühintervention

Neben den lebensrettenden Maßnahmen im Notfall spielt die Prävention eine entscheidende Rolle, um Herzinfarkte und Herzstillstände zu verhindern. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind eine der häufigsten Todesursachen weltweit, aber viele Risikofaktoren können durch frühzeitige Vorsorge reduziert werden. 

Zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen zählen regelmäßige Arztbesuche und eine somit frühzeitige Diagnose. Blutdruckmessungen, Cholesterinwerte und EKGs können potenzielle Gefahren frühzeitig aufdecken. Auch eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und das Vermeiden von Rauchen und übermäßigem Alkoholkonsum sind entscheidend für die Herzgesundheit. Chronischer Stress kann ebenso das Risiko von Notfällen verringern. Techniken wie Meditation, Yoga oder Atemübungen können helfen, den Stresspegel zu senken und die mentale Gesundheit zu stärken.

Jeder kann in die Lage kommen, einem Menschen in Not zu helfen. Daher ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen regelmäßig eine Schulung in Erster Hilfe durchlaufen. 

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie man bei einem Herzstillstand richtig reagiert, komm doch mal bei einem unserer Erste-Hilfe-Kurse vorbei.

Quellen: 

Reanimation: Wie gelingt eine Herzdruckmassage? | Herzstiftung

Herzinfarkt: Ursachen, Behandlung, Rehabilitation (bund.de)