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Welt-HPV-Tag

Gegen HPV-Krebs: Jetzt handeln.

Jedes Jahr am 4. März macht der Welt-HPV-Tag darauf aufmerksam, wie wichtig der Schutz vor Humanen Papillomviren (HPV) ist. Warum? Weil diese Viren bestimmte Krebsarten auslösen können – und weil es eine wirksame Möglichkeit gibt, sich davor zu schützen.

Trotz verfügbarer Impfung sind die Impfquoten in Deutschland noch immer zu niedrig. Dabei gilt: Prävention kann hier Leben retten.

Was ist HPV eigentlich?

HPV steht für Humane Papillomviren. Dabei handelt es sich um eine große Virusgruppe mit über 200 bekannten Typen. Rund 40 davon betreffen vor allem den Genital- und Analbereich sowie den Mund-Rachen-Raum.

HPV-Infektionen gehören weltweit zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Die meisten Menschen stecken sich im Laufe ihres Lebens mindestens einmal an – häufig schon in den ersten Jahren nach Beginn sexueller Aktivität.

Die gute Nachricht:
In den meisten Fällen heilt eine HPV-Infektion innerhalb von ein bis zwei Jahren von selbst aus.

Die weniger gute Nachricht:
Bestimmte sogenannte Hochrisiko-Typen können über Jahre hinweg Zellveränderungen verursachen, aus denen sich Krebs entwickeln kann.

Welche Erkrankungen können durch HPV entstehen?

Bestimmte HPV-Typen stehen in Zusammenhang mit:

  • Gebärmutterhalskrebs
  • Krebs im Mund- und Rachenraum
  • Analkrebs
  • Peniskrebs
  • Vulva- und Scheidenkrebs
  • Genitalwarzen (Feigwarzen)

In Deutschland erkranken jedes Jahr mehrere Tausend Menschen an HPV-bedingten Krebserkrankungen – Frauen wie Männer.

Wichtig:
Eine HPV-Infektion bedeutet nicht automatisch Krebs. Nur ein sehr kleiner Teil der Infektionen entwickelt sich zu einer bösartigen Erkrankung. Genau deshalb ist Früherkennung und Prävention so entscheidend.

Wie wird HPV übertragen?

HPV wird durch direkten Haut- und Schleimhautkontakt übertragen – meist bei sexuellen Kontakten. Dabei reicht enger Körperkontakt aus. Eine Übertragung ist schon beim ersten Sexualkontakt möglich.

Kondome können das Risiko senken, bieten aber keinen vollständigen Schutz, da HPV auch Bereiche betreffen kann, die nicht durch ein Kondom abgedeckt sind.

Eine nicht-sexuelle Übertragung – zum Beispiel während der Geburt – ist möglich, aber selten.

Wichtig zu wissen:
Eine HPV-Infektion ist kein Zeichen von Untreue. Die Ansteckung kann lange zurückliegen, da das Virus zeitweise „schlummern“ kann.

Die wichtigste Präventionsmaßnahme: Die HPV-Impfung

Die effektivste Maßnahme gegen HPV-bedingte Krebserkrankungen ist die Schutzimpfung.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung:

  • für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren
  • Nachholimpfungen bis zum 17. Geburtstag
  • in vielen Fällen auch darüber hinaus individuell sinnvoll

Je früher geimpft wird, desto besser wirkt der Schutz – idealerweise vor dem ersten Sexualkontakt. Aber auch später kann die Impfung noch sinnvoll sein, da sie vor HPV-Typen schützt, mit denen man noch nicht infiziert ist.

Impf-Schema:

  • 9–14 Jahre: 2 Impfungen
  • ab 15 Jahren: 3 Impfungen

Die Kosten werden bis zum 18. Geburtstag von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, häufig auch darüber hinaus.

Wie sicher ist die HPV-Impfung?

Die HPV-Impfung ist seit Mitte der 2000er Jahre verfügbar. Weltweit wurden bereits über 800 Millionen Impfdosen verabreicht. Nationale und internationale Gesundheitsbehörden überwachen die Sicherheit kontinuierlich.

Die Impfstoffe gelten als gut verträglich.

Mögliche Nebenwirkungen sind meist mild und vorübergehend:

  • Schmerzen oder Rötung an der Einstichstelle
  • leichte Temperaturerhöhung
  • Kopfschmerzen oder Müdigkeit
  • kurzfristige Kreislaufreaktionen (oft stressbedingt)

Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten.

Wirkt die Impfung wirklich?

Ja – und das zeigen internationale Daten sehr deutlich:

  • In Dänemark wurden Gebärmutterhalskrebsvorstufen bei jungen Frauen deutlich reduziert.
  • In England sanken Infektionen mit Hochrisiko-Typen bei Jugendlichen um rund 80 Prozent.
  • In Australien gingen Genitalwarzen bei jungen Frauen um über 90 Prozent zurück.
  • In Schweden war das Gebärmutterhalskrebsrisiko bei früh Geimpften um fast 90 Prozent niedriger.

Diese Zahlen zeigen: Eine hohe Impfquote macht einen echten Unterschied.

Warum ist die Impfung auch für Jungen wichtig?

HPV betrifft nicht nur Mädchen oder Frauen. Auch Jungen und Männer können:

  • HPV-Infektionen bekommen
  • bestimmte Krebsarten entwickeln
  • das Virus weitergeben

Die Impfung ermöglicht Jungen einen eigenständigen Schutz, unabhängig von der Impfquote bei Mädchen. Das ist auch eine Frage der Gesundheitsgerechtigkeit.

Was ist mit der Krebsfrüherkennung?

In Deutschland gibt es ein etabliertes Screening-Programm für Gebärmutterhalskrebs:

  • 20–34 Jahre: jährlicher Pap-Test
  • ab 35 Jahre: alle drei Jahre Kombination aus Pap-Test und HPV-Test

Diese Untersuchungen helfen, Zellveränderungen frühzeitig zu erkennen.

Wichtig:
Die Impfung ersetzt nicht die Vorsorgeuntersuchung – aber sie senkt das Risiko erheblich.

Für andere HPV-bedingte Krebsarten gibt es bislang kein strukturiertes Früherkennungsprogramm.

Warum sind die Impfquoten trotzdem so niedrig?

Obwohl die Impfung wirksam und sicher ist, liegen die Impfquoten in Deutschland im europäischen Vergleich eher im unteren Bereich.

Gründe können sein:

  • fehlende Information
  • Unsicherheit bei Eltern
  • Hemmungen, über sexuell übertragbare Infektionen zu sprechen
  • verpasste Arzttermine

Dabei gilt: HPV ist extrem verbreitet – fast jeder Mensch kommt im Laufe des Lebens in Kontakt mit dem Virus.

Prävention bedeutet hier nicht Moral, sondern Gesundheitsvorsorge.

Prävention bedeutet Verantwortung

HPV zeigt, wie wichtig Aufklärung ist. Die Impfung schützt nicht nur die eigene Gesundheit, sondern reduziert auch die Weitergabe des Virus.

Wer sich impfen lässt, übernimmt Verantwortung – für sich selbst und für andere.

Der Welt-HPV-Tag erinnert uns daran:
Viele HPV-bedingte Krebserkrankungen wären vermeidbar.

Unser Appell zum Welt-HPV-Tag

Informieren. Nachfragen. Beraten lassen.

  • Eltern: Sprecht mit eurer Kinderärztin oder eurem Kinderarzt.
  • Jugendliche: Holt euch Infos und stellt Fragen.
  • Erwachsene: Prüft euren Impfstatus und nutzt die Krebsfrüherkennung.

Prävention beginnt mit Wissen – und mit der Entscheidung, es zu nutzen.

Ein kleiner Piks kann später viel verhindern.

Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention

Entschieden. Gegen Krebs.

Nationale Dekade gegen Krebs

Robert Koch-Institut