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Welt-Alzheimertag 2025

Gemeinsam für mehr Verständnis und Unterstützung

Am 21. September ist Welt-Alzheimertag. Ein Tag, der weltweit genutzt wird, um auf ein Thema aufmerksam zu machen, das Millionen von Menschen betrifft: Demenz.

Allein in Deutschland leben derzeit rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenz – Tendenz steigend. Jede:r von uns kennt wahrscheinlich jemanden im Freundes- oder Familienkreis, der betroffen ist. Doch obwohl das Thema so viele Menschen betrifft, gibt es immer noch Unsicherheit, Vorurteile und Ängste.

Der Welt-Alzheimertag möchte das ändern: informieren, aufklären, ins Gespräch bringen.

Informieren und Aufklären – damit Demenz verständlicher wird

Wenn wir „Demenz“ hören, denken viele sofort an Alzheimer. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit. Alzheimer ist die häufigste Form von Demenz – aber nicht die einzige.

  • Demenz ist ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen, die mit einem fortschreitenden Verlust geistiger Fähigkeiten einhergehen. Dazu gehören Gedächtnis, Denken, Orientierung, Sprache und Alltagsfähigkeiten.

  • Alzheimer ist eine Form von Demenz. Rund 60–65 % aller Demenzerkrankungen sind Alzheimer. Daneben gibt es auch andere Formen, etwa die vaskuläre Demenz oder die Lewy-Körperchen-Demenz.

Dieser Unterschiedist wichtig. Denn „Demenz“ und „Alzheimer“ sind nicht gleichzusetzen – auch wenn die Begriffe im Alltag oft vermischt werden.

Typische Symptome

Demenz zeigt sich meist schleichend. Erste Anzeichen können sein:

  • Gedächtnislücken, vor allem bei neuen Informationen,

  • Schwierigkeiten, den Alltag zu organisieren,

  • Orientierungsprobleme in vertrauter Umgebung,

  • Sprach- oder Wortfindungsstörungen,

  • Veränderungen im Verhalten oder in der Stimmung.

Verlauf einer Demenz

Eine Demenz verläuft in der Regel chronisch und fortschreitend.

  • In der frühen Phase fallen meist kleine Gedächtnislücken auf, die Betroffene oft selbst überspielen. Der Alltag gelingt noch weitgehend selbstständig.

  • In der mittleren Phase nehmen die Einschränkungen zu: Orientierung, Sprache und die Fähigkeit, alltägliche Aufgaben zu bewältigen, werden schwieriger. Angehörige übernehmen mehr Verantwortung.

  • In der späten Phase brauchen Menschen mit Demenz umfassende Unterstützung. Auch grundlegende Fähigkeiten wie Essen, Anziehen oder Kommunikation können verloren gehen.

Der Verlauf ist individuell und hängt von der Form der Demenz, vom Alter und von der gesundheitlichen Gesamtsituation ab. Wichtig ist: Auch wenn die kognitiven Fähigkeiten nachlassen, bleiben Gefühle, Bedürfnisse und das Bedürfnis nach Zuwendung und Würde erhalten.

Behandlung & Unterstützung

Eine Heilung gibt es bislang für Demenz nicht. Aber es gibt viele Möglichkeiten, den Verlauf zu verlangsamen, Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu erhalten. Wichtig ist dabei immer eine individuelle ärztliche Abklärung, um passende Behandlungsmöglichkeiten zu finden und realistische Erwartungen zu haben.

  • Medikamente: Bei Alzheimer können bestimmte Wirkstoffe wie Cholinesterase-Hemmer oder Memantin die Symptome eine Zeit lang stabilisieren oder verbessern. Sie wirken nicht bei allen Formen, können aber wertvolle Unterstützung bieten.

  • Nicht-medikamentöse Therapien: Genauso wichtig sind aktivierende Ansätze: Gedächtnistraining, Bewegungsübungen, Musik- oder Kunsttherapie, Ergotherapie. Sie fördern vorhandene Fähigkeiten und stärken das Wohlbefinden.

  • Alltagsunterstützung: Klare Strukturen, vertraute Routinen und eine sichere Umgebung geben Orientierung. Technische Hilfsmittel oder kleine Anpassungen zu Hause können viel Erleichterung bringen.

  • Unterstützung der Angehörigen: Beratung, Selbsthilfegruppen oder Pflegekurse helfen, die Belastung zu tragen – und auch die eigene Gesundheit nicht aus dem Blick zu verlieren.

Das Ziel ist nicht, die Krankheit „wegzumachen“, sondern ein möglichst gutes Leben trotz Demenz zu ermöglichen, für die Betroffenen wie für ihre Angehörigen.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen sind je nach Form unterschiedlich. Bei Alzheimer beispielsweise lagern sich Eiweißablagerungen im Gehirn ab, die Nervenzellen schädigen. Andere Formen wie die vaskuläre Demenz entstehen durch Durchblutungsstörungen im Gehirn.

Zu den Risikofaktoren gehören u. a.:

  • höheres Lebensalter,

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen,

  • Bewegungsmangel,

  • geringe geistige Aktivität,

  • soziale Isolation.

Wichtig: Nicht jede Vergesslichkeit ist gleich Demenz! Eine gesicherte Diagnose kann nur durch Ärzt:innen erfolgen.

Warum ein Welt-Alzheimertag wichtig ist

Demenz verändert das Leben – für die Betroffenen selbst, aber auch für ihre Angehörigen. Plötzlich wird der Alltag komplexer: Termine werden vergessen, vertraute Wege erscheinen fremd, Gespräche geraten ins Stocken.

Viele Angehörige erleben diese Veränderungen als verunsichernd oder belastend. Gleichzeitig gibt es noch immer zu wenig Wissen in der Gesellschaft. Menschen mit Demenz begegnen im Alltag Missverständnissen, Stigmatisierung oder sogar Ausgrenzung.

Genau hier setzt der Welt-Alzheimertag an. Er möchte Bewusstsein schaffen, Verständnis fördern und Unterstützung sichtbar machen.

Das diesjährige Motto lautet:
„Demenz – Mensch sein und bleiben.“

Es erinnert uns daran, dass Demenz nicht die Persönlichkeit auslöscht. Menschen mit Demenz haben Gefühle, Bedürfnisse, Humor, Freude und Würde. Sie bleiben Menschen und genau so sollten wir ihnen auch begegnen.

Die Woche der Demenz

Rund um den 21. September findet in Deutschland vom 19. bis zum 28. September die Woche der Demenz statt. Sie bringt das Thema in die Mitte der Gesellschaft:

  • Infoveranstaltungen und Vorträge

  • Begegnungscafés und Gesprächsrunden

  • Aktionen in Städten und Gemeinden

  • Schulungen und Beratungen für Angehörige

Solche Veranstaltungen bieten die Chance, Fragen zu stellen, Erfahrungen auszutauschen und Unsicherheiten abzubauen.

Schau doch mal, ob es auch in Deiner Region eine Aktion gibt. Ob Infoabend, Theaterstück, Gottesdienst oder Mitmach-Workshop: Jede Begegnung zählt und hilft, Demenz sichtbarer zu machen. Infos findest du hier: Veranstaltungen rund um die Woche der Demenz 2025

Leben mit Demenz – eine gemeinsame Herausforderung

Demenz bedeutet nicht, dass sofort alles „weg“ ist. Menschen mit Demenz haben weiterhin Gefühle, Bedürfnisse und Fähigkeiten. Sie lachen, lieben, erinnern sich, vielleicht auf andere Weise, vielleicht nicht immer so, wie es einmal war. Aber sie bleiben Menschen mit Würde und Persönlichkeit.

Die Herausforderung liegt oft im Umfeld:

  • Wie gehe ich mit wiederholten Fragen um?

  • Wie bleibe ich ruhig, wenn Verwirrung oder Aggression auftreten?

  • Wie schaffe ich es, den Alltag zu strukturieren?

Hier sind Geduld, Verständnis und Information gefragt. Und auch die Selbstfürsorge der Angehörigen darf nicht vergessen werden, denn Pflege und Begleitung sind anstrengend.

Tabus brechen – über Demenz sprechen

Noch immer haben viele Menschen Hemmungen, über Demenz zu sprechen. Manche schämen sich, wenn sie erste Symptome bemerken. Andere ziehen sich zurück, weil sie nicht wissen, wie ihr Umfeld reagiert.

Doch Schweigen hilft niemandem. Offene Gespräche können entlasten, Verständnis wecken und Unterstützung ermöglichen.

Genau deshalb ist der Welt-Alzheimertag so wichtig: Er schafft Räume, in denen das Thema ausgesprochen werden darf – und in denen Angehörige merken: Ihr seid nicht allein.

Unser Projekt: Pflegeband

Bei EducAid e.V. beschäftigen wir uns mit Gesundheit, Erster Hilfe und Unterstützung im Alltag. Dabei haben wir gesehen: Auch Pflegende brauchen Hilfe.

Mit unserem Projekt Pflegeband möchten wir genau hier ansetzen.

Was ist Pflegeband?
Pflegeband ist ein Projekt zur Förderung von Netzwerken für Pflegende – für Orientierung, Stärkung und Entlastung.

In unseren kostenfreien Pflegekursen bekommst Du:

  • wichtiges Wissen über Pflege und Demenz,

  • praktische Tipps für den Alltag,

  • Strategien, um auch in schwierigen Situationen ruhig und verständnisvoll zu handeln.

Besonders wichtig ist uns:

  • Selbstfürsorge in der Pflege. Denn nur, wer auch auf sich selbst achtet, kann langfristig für andere da sein.

  • Vernetzung. Wir bringen Pflegepersonen zusammen, damit sie sich austauschen, voneinander lernen und gegenseitig stärken können.

Mehr Informationen findest du hier: Kostenfreie Pflegekurse Projekt Pflegeband

Ein Tag, der bewegt

Der Welt-Alzheimertag 2025 erinnert uns daran: Demenz geht uns alle an.
Ob Du selbst betroffen bist, jemanden kennst oder einfach offener mit dem Thema umgehen möchtest – jeder Schritt zählt.

Informiere Dich, sprich darüber und besuche vielleicht eine Veranstaltung in Deiner Nähe. Jede Begegnung, jedes Gespräch trägt dazu bei, Vorurteile abzubauen und Verständnis zu schaffen.

Und wenn Du selbst pflegst: Schau Dir unser Projekt Pflegeband an. Gemeinsam schaffen wir ein Netz, das trägt – für Betroffene, für Angehörige und für Dich.

 

Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Bundesministerium für Gesundheit – Online-Ratgeber Demenz

Deutsche Alzheimer Gesellschaft – Welt-Alzheimertag

Stiftung Gesundheitswissen – Demenz

Wegweiser Demenz – Woche der Demenz

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