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Zecken on Tour

Mit den ersten warmen Tagen beginnt die Zeckenzeit, denn entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass Zecken nur im Hochsommer aktiv sind, erwachen sie bereits bei Temperaturen ab etwa sieben Grad Celsius. Das bedeutet, dass die Gefahr eines Zeckenstichs nicht nur in den Sommermonaten besteht, sondern bereits im Frühjahr und bis in den Herbst hinein gegeben ist. Besonders in milden Wintern oder in klimatisch begünstigten Regionen kann man sogar das ganze Jahr über auf Zecken treffen. Doch was genau sind Zecken eigentlich, warum sind sie für uns Menschen gefährlich, wie kann man sich schützen und was ist zu tun, wenn man gestochen wurde?

Zecken gehören zur Familie der Spinnentiere und sind mit den Milben verwandt. Sie durchlaufen in ihrem Lebenszyklus verschiedene Entwicklungsstufen: vom Ei zur Larve, dann zur Nymphe und schließlich zur erwachsenen Zecke. In jeder dieser Phasen benötigen sie eine Blutmahlzeit, um sich weiterzuentwickeln. Die kleinen Parasiten lauern bevorzugt in Wiesen, Wäldern und Büschen auf ihre Wirte, indem sie auf Grashalmen oder Blättern sitzen und auf eine günstige Gelegenheit warten. Sie lassen sich nicht – wie oft behauptet wird – von Bäumen herabfallen, sondern klammern sich beim Vorübergehen an ihrer Umgebung fest und suchen dann eine geeignete Stelle am Körper, um sich festzusaugen.

In Deutschland gibt es verschiedene Zeckenarten, doch die bekannteste und häufigste ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Diese Art ist vor allem deshalb gefürchtet, weil sie als Hauptüberträger gefährlicher Krankheiten gilt. Neben dem Holzbock breitet sich zunehmend auch die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) aus, die ebenfalls Krankheiten übertragen kann.

Die größte Gefahr geht von Zeckenstichen aus, da sie Krankheitserreger in den Blutkreislauf ihrer Wirte einschleusen können. Zu den bekanntesten, durch Zecken übertragenen Krankheiten gehören die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borreliose.

FSME ist eine durch Viren verursachte Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute, die in schweren Fällen zu bleibenden neurologischen Schäden führen kann. Erste Symptome treten oft 3 bis 28 Tage nach dem Zeckenstich auf und ähneln zunächst einer Grippe – mit Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. In schweren Fällen können Lähmungen, Koordinationsstörungen und sogar dauerhafte Beeinträchtigungen des Nervensystems auftreten. Ein spezifisches Medikament zur Behandlung gibt es nicht, weshalb die FSME-Impfung als wichtigste Schutzmaßnahme gilt. Die Grundimmunisierung erfolgt in drei Schritten, und Auffrischungsimpfungen werden alle fünf Jahre empfohlen, bei älteren Menschen sogar alle drei Jahre.

Die Lyme-Borreliose hingegen wird durch Bakterien verursacht und kann den gesamten Körper betreffen. Die bekannteste Frühsymptomatik ist die sogenannte Wanderröte – eine ringförmige Hautrötung um die Einstichstelle, die sich langsam ausbreitet. Wird die Infektion nicht erkannt und behandelt, kann es Wochen oder Monate später zu Gelenkentzündungen, Nervenschäden oder sogar Herzproblemen kommen. Im Gegensatz zur FSME kann Borreliose mit Antibiotika behandelt werden, wenn sie frühzeitig erkannt wird.

Um Zeckenstiche zu vermeiden, gibt es verschiedene Vorsichtsmaßnahmen:

Trage bei Aufenthalten in der Natur lange, helle Kleidung. Dadurch wird es Zecken erschwert, Hautstellen zu erreichen, und sie sind auf heller Kleidung leichter zu erkennen. Nutze Insektenschutzmittel, die speziell gegen Zecken wirken, und tragen diese auf Haut und Kleidung auf.
Bleibe auf festen Wegen und meide hohes Gras oder dichtes Unterholz, wo Zecken besonders häufig vorkommen.
Untersuche nach dem Aufenthalt im Freien Deinen Körper gründlich auf Zecken, insbesondere an warmen und feuchten Stellen wie Kniekehlen, Achselhöhlen oder im Genitalbereich.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es passieren, dass man von einer Zecke gestochen wird. In einem solchen Fall ist schnelles Handeln entscheidend, da das Risiko einer Krankheitsübertragung mit der Dauer des Saugakts steigt. Die Zecke sollte so bald wie möglich entfernt werden, am besten mit einer feinen Pinzette, einer speziellen Zeckenkarte oder einem Zeckenlasso. Wichtig ist, die Zecke direkt an der Haut zu fassen und sie langsam sowie gerade herauszuziehen, ohne sie dabei zu drehen oder zu quetschen – denn das könnte dazu führen, dass Krankheitserreger in die Wunde gelangen. Nach der Entfernung sollte die Stichstelle gründlich mit einem Desinfektionsmittel gereinigt werden, um Infektionen vorzubeugen. Anschließend ist es ratsam, die betroffene Hautpartie für einige Wochen zu beobachten. Falls sich eine auffällige Rötung, insbesondere eine sogenannte Wanderröte, bildet oder grippeähnliche Symptome auftreten, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Auch plötzlich auftretende neurologische Beschwerden oder Gelenkschmerzen können Anzeichen einer Infektion sein und erfordern medizinische Abklärung. Falls es zu einer zunehmenden Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle kommt, insbesondere wenn sie größer wird, solltest Du schnellstmöglich zum Arzt gehen.

Wer sich über ihre Gefahren informiert und entsprechende Schutzmaßnahmen ergreift, kann das Risiko eines Zeckenbisses und mögliche Krankheiten deutlich reduzieren. Gerade in Zeiten milder Winter und längerer Wärmeperioden ist es wichtiger denn je, sich nicht nur im Sommer, sondern das ganze Jahr über mit dem Thema Zeckenschutz auseinanderzusetzen.

Quellen: 

Startseite | Zecken.de

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