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Festivalsaison: Handeln im Drogen-Notfall

Die Festivalsaison ist schon in vollem Gange, einer Zeit, in der viele Menschen die Freiheit und Freude der Musik feiern, aber auch vermehrt mit dem Thema Drogenkonsum konfrontiert werden. Aus diesem Grund wollen wir unseren Blogbeitrag nutzen, um euch Tipps für einen sicheren Umgang mit Drogen (Safer Use) und Handlungsanweisungen für Drogen-Notfälle geben.

Safer Use: Bewusst und Sicher im Umgang mit Drogen

Gerade zu Beginn der Festivalsaison ist es wichtig, über Safer Use nachzudenken. Zwar ist die sicherste Option, auf den Konsum von Drogen ganz zu verzichten, doch für diejenigen, die sich dennoch dafür entscheiden, ist es wichtig, sich der Risiken bewusst zu sein und Maßnahmen zu ergreifen, um den Konsum so sicher wie möglich zu gestalten.

  1. Information ist Macht: Informiere dich über die Substanzen, die du konsumierst. Wissen über Dosierung, Wirkungsdauer und mögliche Wechselwirkungen kann lebensrettend sein.
  2. Konsumbewusstsein: Kenne deine eigenen Grenzen und halte dich daran. 
  3. Sichere Umgebung: Konsumiere niemals alleine. Stelle sicher, dass du in einem sicheren Umfeld bist und dass Freund:innen Bescheid wissen und im Notfall helfen können.
  4. Hydration und Pausen: Insbesondere bei Festivals, wo Tanzen und Hitze den Körper zusätzlich belasten, ist es wichtig, ausreichend Wasser zu trinken und regelmäßige Pausen einzulegen.
  5. Mischkonsum: Mischkonsum, also die gleichzeitige oder aufeinanderfolgende Einnahme mehrerer Substanzen, ist besonders gefährlich, weil die Wechselwirkungen zwischen den Drogen unvorhersehbare und oft verstärkte negative Effekte haben können. Beispiele sind:
  • “Beruhigend + schnell” (z.B. Alkohol + MDMA/Speed/Kokain): Austrocknung des Körpers, Überhitzung, Wärmestau = nicht ausreichende Kreislaufregulation gehäuft, Starke Belastung von Nieren und Leber
  • “Schnell + Schnell” (Kokain, Speed, Meth): starke Belastung des Herz-Kreislaufsystems, hohe Serotonin/Dopamin-Spiegel, hoher Flüssigkeitsverlust; Folgen: verstärken Unruhe, Halluzinationen, Hangover, Depressive Verstimmung
  • “Beruhigend + Beruhigend” (Alkohol, GHB, Benzos, Opiate): Lebensgefahr durch Atemdepression/Stillstand, Effekte verstärken sich, hoher Flüssigkeitsverlust, Ohnmacht.

Genauer Infos zu den Nebenwirkungen von Mischkonsum findest du hier: https://combi-checker.ch/

Erste Hilfe im Drogen-Notfall: 

Drogenkonsum birgt immer Risiken und kann trotz Safer-Use-Regeln zu Notfällen führen. Im Ernstfall ist es wichtig, Erste Hilfe nach Symptomen zu leisten, unabhängig davon, welche Substanz konsumiert wurde. Hier sind grundlegende Informationen und Tipps, wie du in Notfallsituationen richtig handelst.

Spezifische Notfälle und Erste-Hilfe-Maßnahmen

  1. Psychomotorischer Krampfanfall
    • Symptom: Unkontrollierte, automatisierte, ziellose Bewegungen (Kauen, Kratzen, Kopfwackeln)
    • Maßnahme: Verletzungsgefahren beseitigen, beruhigen, bei anhaltenden oder schlimmer werdenden Symptomen Notruf wählen.
  2. Bad Trips
    • Symptome: Orientierungslosigkeit, Panik, Angst, Überforderung.
    • Maßnahmen: Beruhigend wirken, ruhigen Ort aufsuchen, Geborgenheit vermitteln, ruhig sprechen, auf Trinkpausen achten, ggf. Hilfe holen.
  3. Akute psychotische Zustände
    • Symptome: Reizbarkeit, Halluzinationen, Paranoia.
    • Maßnahmen: Beruhigen, erklären, dass der Zustand vorübergeht, ggf. Ortswechsel, warme Getränke, Atemtechniken. Bei Bedarf Notarzt rufen.
  4. Serotoninsyndrom: Hierbei ist durch den Konsum von MDMA zu viel vom Botenstoff Serotonin im Gehirn. Der Mischkonsum von MDMA und Antidepressiva erhöht das Risiko.
    • Symptome: Fieber, Zittern,Unruhe, Verwirrung, Herzrhythmusstörungen.
    • Maßnahmen: Umgehend Rettungsdienst rufen und über Konsum informieren.
 

Vor allem sogenannte Bad Trips und akute psychotische Zustände können sowohl für die Betroffenen als auch für dich als Helfer:in psychische belastend sein. Daher ist wichtig, dass du beim Helfen auf deine eigenen Grenzen achtest und nach dem der akute Notfall vorbei ist, mit Freund:innen über das Erlebte zu sprechen. Für die betroffene Person kann es hilfreich sein, sich in psychologische Beratung zu begeben.

Im Notfall zählt jede Sekunde: Auch wenn man sich unsicher fühlt, ist es besser zu handeln, als tatenlos zuzusehen. Durch das Beachten der beschriebenen Maßnahmen kannst du lebensrettende Erste Hilfe leisten, bis professionelle Hilfe eintrifft.

Du willst noch mehr über den Umgang mit Drogen-Notfällen lernen? Auf Anfrage bieten wir spezielle Erste-Hilfe-Kurse an, die sich auf dieses Thema fokussieren.

Mit der richtigen Information und Vorbereitung können wir die Risiken und Notfälle minimieren und sicherstellen, dass der Sommer voller Musik und Freude bleibt. Lasst uns gemeinsam Verantwortung übernehmen und ein Bewusstsein für einen sicheren und gesunden Umgang mit Drogen schaffen

Falls ihr selbst Schwierigkeiten mit eurem Konsum habt oder euch nahestehende Personen findet ihr unter folgender Nummer Hilfe und Beratung:

Sucht & Drogen Hotline: 

Tel: 01806/ 313031

 

Quelle: https://drugscouts.de/